Strand Umgebung im Westen der Insel




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Kilometerweit zieht er sich um beinahe die gesamte Insel. Palmen wachsen hier oft, an manchen Stellen gibt es Felsen oder große Sanddünen. Viele Bewohner Seestadts genießen den Strand in ihrer Nähe.

Strand Umgebung im Westen der Insel

Beitragvon Scatha » Mo 9. Sep 2019, 13:38

Es war bereits um die Mittagszeit, als sich die Wyvern von ihrem Aufenthalt am Vulkan erhoben hatte um weiter zu ziehen, lange an ein und demselben Ort zu verweilen war noch nie ihr Ding gewesen. Der warme Boden vibrierte leicht unter ihrem Pranken, man konnte das Leben darin spüren, die Lava Flüsse die sich unterirdisch bewegten und neue Wege suchten. Ungern verließ sie den Ort, doch sie wollte weiter ziehen und sich in der Welt die sich ihr bot um zu sehen. Es gab viele noch nicht entdeckte Orte und Landschaften. Die Wyvern richtete sich auf ihre Hinterbeine und stieß sich einmal kraftvoll ab, dabei hinterließen ihre Pranken tiefe Krallen spuren in der trockenen Warmen Erde darunter. Sobald sie sich in der Luft befand schlug sie mit ihren Flügeln und zog sich so in einer eleganten Bewegung nach oben. Wie eine Spirale schwang sich Scatha immer höher hinauf bis der Geruch des Schwefels, die Wärme und die Umgebung unter ihr langsam verblasste und eine weite offene Gegend sich vor ihr auftat. Meilen weites Wasser umgab die Insel auf welcher sich der Vulkan befand.

Das offene Meer. Ein Teil der Landschaft welches Scatha zögern ließ es zu überqueren, da man nicht wusste wann es die nächste Landegelegenheit gab. Im Wasser zu landen wäre eine Option, allerdings mochte sie das schwimmen auf Dauer sowieso nicht. Kurz kniff sie die Augen zusammen und öffnete sie entschlossen wieder. Es gab Zeiten, da musste man sich einfach an Sachen versuchen. So beschloss der Wyvern erst mal Richtung Süden zu fliegen. So lenkte Scatha also ihren Kurs Richtung Süden und begann das große Meer zu überqueren. Im Stillen hoffte sie das sich irgendwo auf ihrer Reise eine Insel befand bei welcher sie landen konnte um Kraft zu schöpfen. Sie war kein Kurzstrecken Flieger, in der Tat war sie es gewohnt für mehrere Stunden wenn auch einen Tag lang durchzufliegen.
Die Zeit verging in Stunden, am besten konnte sie das durch die Sonne einschätzen die sich mehr un mehr dem Meere spiegel näherte. Das Licht hatte sich verändert und nahm an gelb, bis orangroten Farben zu. Wie ein großes Feuer das vom Himmel herab ins Meer stürtze. Mittlerweile war der Vulkan schon lange außer Sichtweite und auch vor ihr Taten sich nur die Unendlichen Weiten des Meeres auf. Wolkenschwaden die sich unter ihr zu bilden begannen nahmen ihr leicht die Sicht auf das was eventuell in der Ferne lag, daher neigte sich ihr Körper etwas nach vorne um einen sanften Sinkflug anzulegen. Sie durchquerte die Wolkenschwaden bis sie unter diesen fliegen konnte und eine bessere Sicht hatte. Weit vorne konnte sie dann doch tatsächlich etwas braun leuchtendes entdecken. Eine Insel? Oder vielleicht auch eine Sandbank. Jedenfalls war es irgendetwas zum Landen. „Gut, das hätten wir schon mal, fehlt nur noch eine Nahrungsquelle“ dabei glitt ihr Blick hinab auf das blaugrüne Wasser. Ein Fisch oder etwas dergleichen vielleicht? Auch wenn der Geschmack widerlich war, war es nun doch die einzige Option die sich ihr hier bot, also musste sich sich dieses eine Mal überwinden. Aber ein Fisch alleine war nicht gut genug, vielleicht fand sie ja etwas größeres.
Als hätte etwas ihren Gedanken gehört bildete sich unter ihr eine große dunkle Fläche die Rasch von einer Seite zur anderen schwankte. Ein Fischschwarm, eindeutig zu erkennen an ihren Bewegungen. Aber etwas schien durch zu schwimmen und sich hier und da ein Maul voll zu holen. Scatha sank etwas tiefer um ein genaueres Bild von dem zu bekommen was im Wasser vor sich ging. Sie konnte etwas sehen, ein scharfkantiger Umriss mit Flossen. Die Vermutung lag nahe bei einem Hai der auf Fischjagd war. „Mhh Haie schmecken anders als Fische hab ich mal gehört“ überlegte sie für sich selbst und brach ihren Flug ab um in Kreisen wie ein Raubvogel über das Wasser zu ziehen. Sie müsste nur geduldig warten bis der Hai etwas an die Oberfläche kam. Nachdenklich beobachtete sie seine Bewegungen. Haie reagierten auf Platschende Geräusche, für sie ein Zeichen das sich eine Beute hektisch bewegte. Hierfür sank Scatha noch ein wenig mehr ab und lies ihren Schweif in das Wasser klatschen. Der Aufprall sorgte dafür das der Fischschwarm sich aufgeregt bewegte und teilte. Auch die Bewegungen des Hais hatten sich verändert und steuerten auf die Stelle zu an welcher Scathas Schwanz noch eben hinein geklascht war. Schnell musste der Wyvern jetzt handeln, sie vollzog eine Scharfe kurve und drehte gerade so um als der Hai mit seiner Rückenflosse aus dem Meer brach. Den Moment nutze Scatha und überwand den Abstand mit einem kräftigen Flügelschlag. Die Krallen an ihren Hinterfüßen hatte sie vorgestreckt, bereit das Tier zu fangen. Tief schnitten die scharfen Krallen in die Glatte Haut des Hais als sie es mühelos packte und aus dem Meer zog. Blut quoll aus dessen Wunden und es zappelte wild in ihren Fängen. Problems los hielt Scatha das Tier in ihren klauen fest und flog weiter auf den braunen Fleck zu, der sich nun weitete und einen Strand preisgab. Der Hai in ihren Klauen hörte in immer größere werdenden Abständen auf sich zu wehren, bis nur noch ein zucken seines Körpers die letzten Lebenszeichen von ihm gaben.

Als die Sonne schon fast untergegangen war und der Himmel sich in ein tiefes dunkles Blau verwandelte, erreichte Scatha den Strand. Bevor sie jedoch landete, warf sie erst den inzwischen toten Hai ab, zog eine lange Kurve, um anschließend eine Saubere Landung hinzulegen. Dabei wirbelte sie losen Sand auf und hinterließ viel aufgewühlten Sand. Sich vom Sand frei schüttelnd trat sie nun auf ihre Beute zu. Dabei verzog sie kurz die Schnauze bei dem Gedanken daran einen Fisch essen zu müssen. Aber ob es hier auf der neuen Insel überhaupt Leben gab, war ihr noch unbekannt. Scatha beugte sich über den Kadaver und hielt ihn mit den Klauen welche sich an ihren Flügeln befanden fest um den glatten Körper mit ihren Fängen zu bearbeiten. Sie riss ein recht großes Stück Fischfleisch heraus und begann ihre Mahlzeit langsam zu verzehren, denn so schlecht schmeckte der Hai gar nicht mal.
Scatha / Wyvern

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Re: Strand Umgebung im Westen der Insel

Beitragvon Lienna » Di 10. Sep 2019, 19:09

Liennas und Norahs Hütte in Kaua ----->

Wie immer zur Abenddämmerung erwachte ich und fand Norah zuhause vor, während sie am Essen war. Wir unterhielten uns ein wenig über ihren Tag und meine letzte Nacht, doch meinen Besuch bei dem Jäger verschwieg ich.
Es schien langsam so etwas wie ein Alltag bei uns einzukehren, auch wenn wir natürlich noch immer Außenseiter im Dorf waren. Ich sowieso, denn ich ließ mich niemals blicken. Norah hingegen erzählte mir von ein paar Kontakten die sie geknüpft hatte und die ihr dies oder jenes gezeigt hatten. Sie schien sich zu freuen. Wieder einmal stellte ich fest, dass dieser Ort ihr gut tat.
Da sie heute viel herumgelaufen war, ging Norah früh schlafen, und ich machte mich auf den Weg in die Wildnis. Die Dunkelheit war vollständig hereingebrochen, aber für meine Augen war das kein Problem.
Ich schritt durch den Wald, bis ich zwischen den Bäumen beim Strand herauskam, und rief dort meine Schwingen, um mich in die Luft zu schwingen. In wenigen Momenten war ich weit über dem Boden und sah zurück auf die Häuser Kauas, die von hier oben aus betrachtet alle in Dunkelheit lagen.
Dann jedoch fiel mir etwas anderes auf, etwas das sich weiter nördlich am Strand befand, beinahe am nordwestlichsten Ende der Insel. Es war so groß, dass ich es zunächst für ein Boot oder ähnliches hielt, doch irgendwie passten die Konturen nicht. Sofort waren meine Gedanken zurück bei unseren Verfolgern, auch wenn es mehr als unwahrscheinlich war, dass sie uns hier aufspürten, und wenn, dass ich ihnen auf diese Weise über den Weg laufen sollte. So unvorsichtig war er nicht... Aber dennoch hatten die Jahre der Flucht und des Versteckens ihre Spuren hinterlassen und ich konnte diesen ersten Impulsgedanken nicht verhindern.
Noch immer weit oben in der Luft flog ich näher heran, um herauszufinden was es damit auf sich hatte. Als ich der großen, dunklen Masse näher kam, sah ich dass sie sich bewegte. Wie ein sehr großes Tier...
Der Flügelschlag meiner schattenartigen Schwingen war leise wie der einer Fledermaus, aber dennoch hielt ich einen gehörigen Abstand zu dem Tier, als ich einen Bogen darumherum flog, noch immer in sicherer Höhe. Da schlängelte sich etwas Langes, Dünnes - ein Schwanz?
Und dann erkannte ich was es sein musste und staunte. Ich hatte in meinem langen Leben schon einiges gesehen, aber noch nie einen Drachen. Und das hier sah mir sehr nach einem aus. Was aber auch bedeutete, dass ich sehr vorsichtig sein musste.
Nur wenige Momente waren vergangen, seitdem ich gemerkt hatte, dass es sich bei der Gestalt um ein Tier handelte, doch sobald ich sah was es wirklich war, vollendete ich meinen Bogen um die Echse und sank dabei tiefer, um die nahen Bäume als Sichtschutz zu haben. Ob der Drache mich bereits bemerkt hatte, konnte ich nicht sagen. Ich wusste nicht, ob er in der Dunkelheit vielleicht genauso gut sehen konnte wie ich, oder gar andere Sinne besaß, aber ich legte es nicht auf eine Konfrontation an.
Ich landete an einer lichten Stelle zwischen einigen Bäumen und ließ meine Flügel verschwinden. Und dann lauschte ich. Sowohl auf Geräusche, als auch auf den Herzschlag des Drachen, den ich aufgrund seiner Größe trotz der Entfernung wahrnehmen konnte. Meine Kleidung war dunkel, doch meine Haut war verräterisch hell in der Nacht, darum blieb ich bei einer Palme stehen und wagte nur einen kurzen Blick in Richtung des Tieres, das ich zwischen den locker zusammenstehenden Baumgruppen gerade so erkennen konnte. Lieber verließ ich mich auf meine anderen Sinne.
Natürlich hätte ich von hier verschwinden können, doch erstens hätte mich der Drache in der Luft höchstwahrscheinlich leichter einholen können, falls er mich bemerkt hatte. Und zweitens musste ich zugeben, dass mich tatsächlich ein Hauch von Neugier trieb. Wann hatte man schon die Gelegenheit, einen echten Drachen zu sehen? Selbst in einem unsterblichen Leben kam es nicht unbedingt oft vor.
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Re: Strand Umgebung im Westen der Insel

Beitragvon Scatha » Do 12. Sep 2019, 14:49

Tief gruben sich die Krallen ihrer Gewaltigen Schwingen in die Glatte Haut des Haifischs und halfen ihr so dabei, möglichst große Fleisch Stücke vom Körper zu reißen. In wenigen Happen schlang sie das Fleisch runter, spürte bei jedem Biss wie sich ihr Magen zu füllen begann. Seid Tagen hatte sie keine so Nahrhafte Futterquelle gefunden. Der Vulkan war vielleicht ein angenehmer Ort von wärme doch die Nahrungsquellen waren Mager und es gab entweder nur kleine Eidechsen oder Wärme liebende Schlangen besiedelt. Für einen so großen Wyvern wie sie waren dies mehr oder weniger kleine ungenießbare Snacks, denn viel Fleisch war an diesen kleinen Reptilien auch nicht dran. Der Hai dagegen war ein Festmal auch wenn sie den Geschmack nach Fisch nicht leiden konnte.
Gerade wollte sie noch einen großen Bissen aus dem Hai heraus reißen, da vernahmen ihre Ohren ein Geräusch. In ihrer Bewegung hielt sie inne während sich ihre Ohren in eine Richtung drehten aus welcher das Geräusch zu kommen schien. Ein Geräusch so leise das es kaum wahrnehmbar war, für einen gelernten Jäger aber laut genug. Das Flattern hörte sich an wie das eines kleinen Tieres, vielleicht auch nur ein Vogel der seine Nächtlichen Runden zog. Sich erstmals mit dem Gedanken abfinden riss der Wyvern ein weiteres Stück Fleisch aus dem Toten Hai Körper heraus. So einem kleinen Wesen Beachtung zu schenken, während sie doch so einen großen Kadaver vor sich hatte, war beinahe so Sinnlos, wie der Gedanke daran dieses kleine Geschöpf zu jagen. Bald schon blieb nichts mehr von dem Hai übrig, Das Fleisch war bis zu den Rippen herab gefressen. Teilweise war sogar von den Knochen des Tieres nichts mehr übrig geblieben.
Gesättigt setzte sich der Wyvern auf seine Hinterbeine und begann noch die letzten Fleisch fetzten zischen ihren Klauen heraus zu nagen. Da hörte sie erneut das Geräusch der Flatterten Flügel und anschließend ein knirschen von loser Erde oder Sand. Irgendwas war also doch hier, ein kleiner Vogel würde sich niemals auf dem Erdboden niederlassen, also war etwas anderes auf der Lauer, nur was. Prüfend sog Scatha die Luft durch ihre Nasen ein. Ein Fremder und doch bekannter Geruch lag in der Luft. Die Augen dabei schließend versuchte sie zu erahnen nach was es roch. /Irgendwie nach Mensch.../ Der Menschliche Gestank war unverkennbar und doch roch er irgendwie anders. Wieder die Augen öffnend erhob sich Scatha von ihren Hinterbeinen und stütze sich mit ihren Flügeln am Boden ab. Ein Jäger vielleicht? Jemand der es auf ihre Schuppige Haut abgesehen hatte? Es war nicht unbekannt das sich Drachen haut gut verkaufen lies auch weil sie die gewissen Fähigkeit hatten gegen Feuer unempfindlich zu sein. Leicht hoben sich die Lefzen der Wyvern und zeigten im hellen Mondlicht eine Reihe von schimmernd scharfen Zähnen. Falls es sich tatsächlich um einen Jäger handelte würde Scatha nicht zögern zu töten. Doch sie musste diese Sache geschickt angehen um sich an die Person die sich im Dunkel verbarg heran zu schleichen. Noch wusste sie nicht wo sich diese befand doch dank ihres gut ausgeprägten Sinne konnte sie schneller als ein anderes Raubtier orten wo sich ihre Beute oder Bedrohungen befanden.

Eine Weile der Stille verflog während Scatha auf den toten Hai oder was davon übrig war hinab blickte. Dabei konzentrierte sie sich jedoch mehr auf ihre Sinne. Der Geruch blieb in ihrer Nase, wurde nicht stärker und nicht schwächer. Also war etwas oder jemand da der sie von einem sicherem Platz aus beobachtete. Ihre Ohren zuckten bei jedem noch so kleinen Geräusch auch wenn es nur ein vorsichtiges Einatmen war oder das sanfte schaben von Kleidung an einem Baum. Es dauerte nicht lange bis Scatha genau wusste wo sich die Person befand. Ihr Kopf wandte sich in dessen Richtung, die leuchtend Grünen Augen fixierten die kleine Gestalt die sich zu verbergen versuchte, doch die helle Haut verriet es. Selbst wenn ihr Opfer nun Bescheid wusste das es entdeckt worden war so war die Chance zu entkommen Sinnlos. Scatha hatte sich diesen Geruch sehr gut eingeprägt und würde ihn überall wieder finden. „Komm raus, Feigling“ dröhnte ihr tiefes und herausforderndes knurren über den Sandstrand hinweg zu den Palmen wo sich die Person zu verstecken versuchte. Für einen Jäger der es mit einem Drachen aufnehmen wollen würde war sie doch recht klein, aber man sollte seine Gegner niemals unterschätzen.
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Re: Strand Umgebung im Westen der Insel

Beitragvon Lienna » Sa 14. Sep 2019, 10:45

Reglos lauschte ich aus meinem Versteck heraus allen Geräuschen, die von dem Drachen kamen. Sein Herzschlag verschnellerte sich schon nach wenigen Augenblicken und kurz darauf hörte ich die dumpfen Geräusche einer Bewegung. Er hatte mich bemerkt...
Dennoch geschah in den nächsten Augenblicken nichts, und auch ich rührte mich nicht von der Stelle und hielt geduldig inne. Nicht einmal ein Atemzug kam von mir, da ich in meinem untoten Zustand nicht atmen musste. Hier zwischen den Bäumen herrschte auch kaum Wind, aber da ich nicht wusste, wie gut die Sinne dieses Exemplars von Drachen waren, ließ ich es nicht darauf ankommen. Die Entfernung war groß genug, dass, falls er sich zu einem plötzlichen Angriff entscheiden sollte, ich noch Zeit hatte meine Flügel zu rufen und auszuweichen. Dennoch glaubte ich, dass ich auf dem Boden mehr Chancen hatte als in der Luft, allein aufgrund der Größe des Drachens, der mich daher in der Luft vermutlich schneller einholen konnte.
Vermutlich. Derzeit ließen sich für mich nur Vermutungen aufstellen. Denn Drachen waren so vielfältig, dass man sich nie sicher sein konnte.
Die grollende Stimme des Drachen klang über den Strand hinweg und verriet mir damit, dass es sich um ein sprechendes Exemplar handelte. Dass es eine Intelligenz besaß, die über den tierischen Instinkt hinausging, war sehr wahrscheinlich gewesen, doch auch dies war nun bestätigt. Und noch etwas: er fühlte sich bedroht. Wäre das nicht der Fall, hätte er sich entweder nichts aus meiner Anwesenheit gemacht, oder wäre gleich zum Angriff übergegangen. Oder aber, er wusste nicht wo genau ich mich befand und versuchte dies nun herauszufinden.
Ich wusste, dass ich vorsichtig sein musste. Über Drachen gab es vieles zu sagen. Viele Geschichten widersprachen sich auch, was mit der Vielfalt an Drachen zusammenhing, doch einige grundsätzliche Dinge schienen bei den meisten dieser Wesen zuzutreffen. Nun, dann wollten wir doch mal mein angelesenes Wissen auf die Probe stellen.
Angst? Ich hatte keine wirkliche Angst. Doch würde mein Herz noch schlagen, hätte es vor Aufregung und Nervenkitzel einige schnellere Sprünge getan.
"Ist es denn recht, dass sich ein Kind von einem großen Drachen Feigling nennen lassen muss, wenn es sich vor ihm versteckt?", fragte ich ohne mich aus meinem Versteck zu rühren, und auch wenn ich deutlich sprach, konnte ich nur vermuten, dass meine Kinderstimme die Entfernung bis zu dem Drachen überbrücken konnte. Mit Drachen musste man vorsichtig sprechen und seine Worte gut wählen, das war eins der Dinge, die ich gelesen hatte. Viele Drachen liebten außerdem Rätsel, und vielleicht war meine rhetorische Frage hier daher angebrachter als eine direkte Antwort. Außerdem wollte ich sehen, wie der Drache mit den Informationen umging, die ich ihm gerade gegeben hatte. Ich kam seiner Aufforderung jedenfalls nicht nach, sondern rührte mich weiterhin nicht.
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