Mein Knurren schwoll an, als auch der Dämon es mit einem weiteren eigenen erwiderte, und endete in einem zähnebleckenden Fauchen. Ich konnte nicht viel dagegen tun, es passierte nicht bewusst. Ich steuerte auch nicht aktiv, dass ich die Knie etwas beugte und auseinanderschob, die Schultern spannte oder die Finger zu Klauen krümmte. Und schon gar nicht, dass meine Pupillen klein wurden. Der Dämon näherte sich, er war eine Bedrohung und er würde angreifen. Niemand brauchte mehr Signale, um in den Verteidigungsmodus zu wechseln. Es passierte nur nicht bei allen im gleichen Maß und auch nicht gleich schnell.
Nicht, dass irgendetwas davon das Vieh beeindruckte, es aufhielt - und es wirkte nicht mal so, als würde es überhaupt großartig Notiz davon nehmen. Es fiel auf die Hände, als es noch etwas näher gekommen war, und galoppierte die letzten Meter auf uns oder wohl eher mich zu, bevor es absprang, um mich umzureißen. Das alles geschah nur derart vorhersehbar, dass ich ihm einfach auswich, denn schnell genug war der Dämon so auf gar keinen Fall. Ich war angeschlagen, aber nicht lahmarschig.
Ich glitt zur Seite, weit genug, dass auch ein zu mir schießender Arm mich nicht erwischen konnte, und stürzte mich dann von hinten auf ihn, sodass er sich nicht nach seinem missglückten Angriff mit den Händen am Boden abfangen konnte, sondern ich ihn einfach stumpf darauf warf und ihn hinunterdrückte.
Ehrlicherweise hatte ich durchaus die Vermutung, dass es nicht gut war, das schwarze Zeug anzufassen. Ehrlicherweise hatte ich aber absolut keine Ahnung, was hieraus werden sollte. Ich konnte mich kaum mit ihm prügeln, bis ich nicht mehr konnte, denn er würde erst mich und dann Farûna fressen. Ich konnte ihn aber auch nicht erledigen, denn er hatte Hunger. Und der würde sich nicht einfach in Wohlgefallen und eine bunte Blumenwiese auflösen.




