"Wer weiß", war alles, was Jareth auf Ninuis Frage hin fallen ließ. Sie hatte jedoch tatsächlich recht mit dem Gedanken, dass er bei dem Anziehen der Schutzweste nicht unbedingt an die dunklen Wesen dachte... Doch das wollte er nun nicht erklären und er wollte ihr auch nicht unnötig Sorgen machen. Wer wusste schon, wie es im Dorf aussah und ob sie überhaupt auf etwas oder jemanden trafen... Was ihn anging war er lieber etwas zu gut als zu schlecht vorbereitet und da gehörte diese Schusssichere und stichfeste Weste einfach dazu.
Jareth überreichte der Sylphe schließlich noch die Munition für die Schusswaffe, die sie sich aussuchte und zeigte ihr auch noch einmal mit einigen Handgriffen, wie sich diese wechseln ließ, bevor auch er seine Suche nach nützlichen Dingen beendete und alles wieder verstaute, bis auf den Rucksack, den er sich über die Schultern warf. "Hier..." Der Weißhaarige zog einen kleinen ovalen und metallfarbenen Gegenstand aus der Hosentasche und reichte ihn Ninui. "Das ist ein Kommunikator. Falls wir uns aus irgendwelchen Gründen verlieren sollten. Er lässt sich einfach mit leichtem Druck auf die Oberfläche aktivieren." Er hatte noch einen zweiten in der Hand, den er mit einem kleinen dafür vorgesehenen Bügel an seinem rechten Ohr befestigte.
Mit einem letzten Rundumblick griff Jareth schließlich nach der Schnellschusspistole, die er für sich auserkoren hatte, überprüfte, ob diese geladen war und hing sie sich am Riemen um die rechte Schulter. "Dann mal los..."
Sie verließen den Raum und Dave, der sie scheinbar über die Kameras beobachtete, öffnete bereits die Laderampe als sie die Verladehalle betraten. Jareth hob die Hand und zeigte ihm einen Daumen nach oben als Dank...dann machte er sich mit Ninui auf den Weg nach draußen.
Ihnen wehte ein frischer Wind entgegen, der Jareth tief einatmen ließ. Dave war auf einem Flecken Wiesen unweit des Weges gelandet, der nach Norod Village führte, sodass sie sich einige Meter durch das kniehohe Gras kämpfen mussten, bevor sie ebenen Boden unter sich hatten und in Richtung des Dorfes wandern konnten. Es waren keine fünfhundert Meter bis dort hin und bereits jetzt ließ sich erahnen, dass die Monster auch hier gewütet hatten; einige dunkle Rauchfahnen stiegen von den Häusern empor und Jareth, der lange genug in dem kleinen Dorf gelebt hat, wusste, dass es nicht der Rauch war, der aus einem Kamin stieg. Viel zu dunkel...
Ihnen kam niemand entgegen und das änderte sich auch nicht als sie das Dorf schließlich betraten und sich umsahen. Einige Häuser waren stark zerstört, andere hatten Glück gehabt... "Ob die Einwohner alle in Richtung Stadt geflohen sind?", fragte Jareth sich laut, während sein Blick umher glitt. Es war todstill.
Schließlich wandte er sich in die Richtung, in der sich sein Haus befand. Es war eines der Letzten, das Richtung Wald lag, weswegen ihnen der Anblick bis zum Schluss erspart blieb. Als sie das Ende der Straße jedoch erreichten, die dort hin führten und die Gemäuer des letzten Hauses, das ihnen die Sicht versperrte, beiseite zog, tauchte es auf. Es war...nicht zerstört. Nicht ganz zumindest. Die dem Wald zugewandte Fassade an der linken Seite hatte gelitten, sodass es ein wenig wirkte, als wäre das kleine Haus aus Versehen von einem größeren Monster 'angerempelt' worden. Vielleicht war dem ja auch so.
Der Weißhaarige konnte nicht leugnen das ihm bei dem Anblick ein kleiner Stein vom Herzen fiel. Er hatte bereits mit dem Schlimmsten gerechnet und ja, es war auch nur ein Haus. Aber...


