Wald ohne Ende




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Ein weitläufiger Wald, in dem nicht nur gewöhnliche Tiere, sondern auch allerhand Wundersames zu finden ist. Die Bäume stehen oft sehr dicht und man kann sich leicht verlaufen, denn es gibt keinen einzigen Weg, der ganz durch dieses grüne Labyrinth führt. Zum Tal hin wird der Wald immer dschungelähnlicher.

Wald ohne Ende

Beitragvon Yulivee » So 21. Jul 2019, 13:52

Caelan hat geschrieben:Ich zuckte zusammen, als ich plötzlich Yulivees Stimme wieder hörte. Irgendwie war ich davon ausgegangen, dass sie länger brauchen würde, um eine Liane zu finden. "Oh. Das ging schnell…" Ich drehte mich zu ihr um und begutachtete die Pflanzenschlinge, die sie mitgebracht hatte. "Wow! Ist die lang!", staunte ich. Jetzt konnte ich mi beinahe wieder vorstellen, dass wir es irgendwie schaffen konnten - so lange Yulivee irgendwie auf den Baum kam. "Zur Not können wir Cerielle damit hochziehen!" Ich klang erleichtert. Tatsächlich fiel mir beinahe ein Stein vom Herzen. Alles würde gut werden. Irgendwie. Und zumindest für diese Nacht war die Selkie in Sicherheit. Es war fast zu schön um wahr zu sein und mir stiegen beinahe wieder die Tränen in die Augen, dieses Mal vor Erleichterung. "Es ist so gut, dass du da bist und uns hilfst!" Ich hegte keinerlei böse Absichten mit dieser Äußerung und dachte nicht einmal daran, dass jemand anderes anders empfinden oder sich gekränkt fühlen könnte. Es war einfach nur die Wahrheit, die aufrichtige Wahrheit einer Erleichterung - auch oder gerade um Cerielles Willen. Die Sonne sank tiefer und ich nickte Yulivee aufmunternd zu. "Na los. Du zuerst. Ich helfe Cerielle." Für mich war es selbstverständlich, dass wir zuerst alles taten, um der Selkie zu helfen. Und so ging ich zu ihr hinüber und bot ihr meinen Arm und meine Schulter zum Aufstützen an.


Ich lächelte zufrieden und auch irgendwie glücklich über Caelans Reaktion und Freude, ehe ich die Liane zu Boden fallen ließ und nur das eine Ende in die Hand nahm, mit dem ich dann eine Schlinge knotete, die ich mir um den Arm hängte, um die Hände frei zu haben. Ich wusste nicht ob überhaupt schonmal jemand so... froh gewesen war mit dem was ich tat. Auf jeden Fall war es schon länger her. Meine Ohren zuckten leicht verlegen.
Aber ja, wir mussten uns vorbereiten, also erwiderte ich Caelans Nicken und wandte mich dann dem Baum zu, um hinauf zu klettern. Für mich stellte das keine große Schwierigkeit dar, schließlich gab es genug Knollen und Knubbel, und weiter oben auch ein paar Ästchen, an denen ich mich festhalten konnte, und auch meine bloßen Füße fanden in jeder Ritze gut Halt. Es dauerte trotzdem einige Momente, bis ich wirklich oben war, und dort angelangt suchte ich mir einen stabilen Ast, um die Liane darum zu binden und zu sichern.
Bild Yuli mit ihrem Begleiter Roku
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Bild Yulivee besitzt schwarze Wolfsohren und einen Wolfsschwanz, sowie leicht spitze Zähne. Ihre Sinne sind schärfer als die eines Menschen.
. . Bild Sie kann sich in einen schwarz-weißen Wolf verwandeln, was bei Vollmond allerdings unfreiwillig geschieht.
Bild Mit ihrem Geist kann sie Lebewesen in ihrer Umgebung erspüren, wenn sie sich darauf konzentriert.
. . Bild Der Wald ist ihr Zuhause, trotz der Monster darin. Yuli kämpft mit Pfeil und Bogen, Dolchen, Klauen und Zähnen; sie kann sich verteidigen und jagen.
Bild Sie fürchtet das Feuer - wie die Tiere, denen sie manchmal ähnlicher ist als den Menschen.
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von Anzeige » So 21. Jul 2019, 13:52

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Re: Wald ohne Ende

Beitragvon Cerielle » So 21. Jul 2019, 14:17

Auch mein Blick folgte Yulivee, deutlich weniger begeistert, als sie zu dem Baum trat und die Liane auf den Boden fallen ließ. Ich hätte die Augen verdreht bei Caelans Schwärmerei, doch ich stieß nur ein unwillkürliches Schnauben von mir und verkniff mir schnell alles weitere. Er war so ein Idiot! Und überhaupt! Mich hochziehen? Wie stellte er sich das denn vor!? Ich war doch kein Gegenstand, den man einfach ziehen konnte.
Ich biss die Zähne zusammen und schwieg. Zum Glück kletterte Yulivee gleich schon los und machte sich davon. Man sah ihr an, dass sie darin geübt war... Mir wurde schon wieder ganz anders, als ich ihr dabei zusah. Nicht dass ich mir Sorgen um sie machte, niemals! Aber... es war so hoch und ich stellte mir bei jedem Griff vor, wie sie plötzlich runterfiel... Der Gedanke, selbst da hoch zu müssen, war alles andere als angenehm.
Doch lange konnte ich mich nicht damit aufhalten, denn dann stand Caelan schon neben mir und zog meinen Blick auf sich. Ich sah immer noch deutlich beunruhigt aus von dieser Idee. Aber ich nahm dennoch dankbar seinen Arm als Stütze an und hielt mich an ihm fest, denn das war sehr viel angenehmer, als auf dem Rücken des Wolfes zu sitzen. Und ich fühlte mich dabei auch irgendwie sehr viel sicherer.
"Hast du noch was von der Medizin?", fragte ich ihn leise. Er hatte ja die Taschen bei sich. Und bevor ich da hoch musste, wollte ich wenigstens noch etwas gegen die Schmerzen nehmen.
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Re: Wald ohne Ende

Beitragvon Caelan » Mo 26. Aug 2019, 08:36

cf altes Forum

„Oh. Ähm…Ja. Klar. Warte“, stotterte ich leicht verlegen vor mich hin und schalt mich innerlich einen Dummkopf. Ich wollte doch auch Cerielle aufpassen! Und doch passierten mir immer wieder solche dummen Fehler, dass ich zum Beispiel nicht daran dachte, dass ihre Wunden nicht so schnell heilten wie meine und sie vermutlich schon längst wieder Schmerzen litt! Ich war so dumm! So kurzsichtig, so… Ich wollte mich beeilen, um ihr Schnell weitere Medizin geben zu können, nestelte etwas ungeschickt an der Tasche herum und durchwühlte diese hektisch, wobei dann die Packung mit den Tabletten auf den Boden fiel. „Aaah. Tut mir leid!“ Ich bückte mich rasch, um mein Ungeschick wieder wett zu machen. Konnte eine einzelne Person denn wirklich so tollpatschig sein? Ich klopfte ein bisschen Dreck von der Packung. Zum Glück war sie sonst zu und es hatte der Medizin wohl nichts angehabt einmal runter gefallen zu sein, oder? Unsicher sah ich zu Cerielle auf. „Die…sind doch jetzt nicht kaputt oder?“ Noch einmal klopfte ich etwas feuchte Erde von der Packung, richtete mich dann auf und hielt sie Cerielle hin. „Es… tut mir leid“, wiederholte ich in Ermangelung eines besseren Ausdrucks. „Oh. Und du brauchst was zu trinken!“ Zumindest hatte ich ja vorhin beobachtet, dass sie zu der Tablette immer etwas getrunken hatte. Wieder wühlte ich in der Tasche, dieses Mal darauf bedacht, dass nichts runter fiel.

„Wolltest du deswegen nicht auf einen Bach in der Nähe vertrauen?“, fragte ich plötzlich als mir auffiel, dass hier keiner war. Ich ließ den Kopf sinken. Wieder etwas, an das ich nicht gedacht hatte. Ob sie da schon Schmerzen gehabt hatte und nur nichts gesagt hatte? Ich biss mir auf die Lippe. Ich war wirklich… schrecklich unumsichtig. Um Yulivee machte ich mir im Moment gar keine Sorgen. Sie schien das nicht zum ersten Mal zu machen und der Gedanke, dass sie sich überschätzen und herunterfallen konnte, kam mir gar nicht erst. Mir fehlten dutzende Erfahrungen und vermutlich stimmte es, dass man sich erst selbst die Hände verbrennen musste, um zu wissen, dass eine Herdplatte heiß war. Nun, ich war beinahe nie krank gewesen und richtig wehgetan hatte ich mir auch nie. Die Gefahren, die in der Wildnis lauerten, waren mir weitgehend unbekannt und um Alastair hatte ich mich auch nie sorgen müssen. Er war immer derjenige gewesen, der alles gewusst hatte und Anweisungen gegeben hatte, die für mich unfehlbar gewirkt hatten. Es würde noch eine ganze Weile dauern, bis ich endlich in vollem Umfang begreifen würde, dass diese Zeit endgültig vorbei war.
Yulivee jedoch war eine geschickte Kletterin und so war es anscheinend wenigstens in diesem Punkt gerechtfertigt, dass ich mir keine Sorgen machte. Anders war es wohl mit Cerielle. „Bist du…schon mal geklettert?“, fragte ich sie. Ich kannte ja auch nur die Bäume in und um Alastairs Garten. Das hier war… etwas ganz anderes. Und trotzdem hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich das konnte. Zumindest wenn ich meine Flügel wieder weg bekam. Aber Cerielle… „Ich helfe dir. Versprochen. Und ich lass dich die ganze Nacht nicht los, damit du nicht runterfällst.“ Ich lächelte ihr aufmunternd zu und nahm das eine Ende der Liane vom Boden auf, um es der Selkie zu reichen.
Zuletzt geändert von Caelan am So 22. Sep 2019, 10:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Wald ohne Ende

Beitragvon Cerielle » Di 3. Sep 2019, 10:32

Schweigend beobachtete ich Caelans Tun, als er völlig nervös und ungeschickt in der Tasche wühlte und nach der Medizin suchte. Ich wusste nicht mehr wie viel davon noch übrig war, aber so viel war es nicht mehr... Ich musste aufpassen. Auch wenn die Schmerzen insgesamt sehr viel besser geworden waren, wollte ich die kleinen weißen Dinger noch nicht missen.
Natürlich fiel Caelan die Packung dann auch prompt zu Boden. Er hob sie auch gleich wieder auf - ich selbst hätte mich bestimmt nicht bücken können - und reichte sie mir dann mit seinen typischen Entschuldigungen. Ich schwieg eisern und hob den Blick nur bei seiner Frage kurz in sein Gesicht, während ich die Packung entgegen nahm. Woher sollte ich denn wissen, ob dieses Menschenzeug davon kaputt ging?
Aber zum Glück musste ich nicht antworten, denn einen Augenblick später fiel Caelan ein, dass ich auch noch Wasser brauchen könnte, und während ich die Packung öffnete und eins von den weißen Medizin-Dingern aus dem Plastikteil drückte, holte Caelan eine unserer Flaschen hervor.
Während ich die Medizin schluckte, überlegte ich kurz, weil ich nicht so recht wusste was Caelan meinte. Er hatte recht, hier war weit und breit kein Bach zu sehen, jedenfalls nicht für mich. "Ich weiß nicht wo es hier Bäche gibt, oder wie schwer sie zu finden sind. Keine Ahnung. Vielleicht weiß Yulivee das ja", antwortete ich, den letzten Teil ein wenig verschlossener, und warf dem Wolfsmädchen einen Blick zu. Sie war schon ganz weit oben auf dem Baum. Meine Güte...
Ich durfte gar nicht nach dort oben sehen. Schnell wandte ich den Blick wieder nach vorne und reichte Caelan die Medizin zurück, damit er sie wieder einpackte. Den Blick hielt ich dabei auf unsere Hände gesenkt, auch als Caelan sich mit einer neuen Frage an mich richtete. Ich wusste nicht ob man mir meine Nervosität ansehen konnte, aber spüren tat ich sie auf jeden Fall.
"Hmm... nein...", gab ich zu. Ich bezweifelte auch, dass er schonmal geklettert war. Nicht auf so einen hohen Baum jedenfalls. Und trotzdem schien Caelan wie so oft sehr viel zuversichtlicher zu sein. Ganz im Gegensatz zu mir.
"Ich helfe dir. Versprochen. Und ich lass dich die ganze Nacht nicht los, damit du nicht runterfällst."
Ich hob den Blick und sah ihn zaghaft an. Irgendwie brachten seine zuversichtlichen Worte und sein aufmunterndes Lächeln eine Saite in mir zum Schwingen, die mir ein wenig meiner Mutlosigkeit nahm. Ganz zaghaft lächelte ich schief, aber die Unsicherheit kehrte wieder zurück, als ich das Ende der Liane entgegen nahm. Trotzdem war ich irgendwie froh, dass Caelan an meiner Seite war. Auch wenn eine gehässige Stimme in meinem Inneren sagte, dass er mir auch nicht helfen konnte, weil er es selbst nicht hinbekommen würde.
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Re: Wald ohne Ende

Beitragvon Yulivee » Di 3. Sep 2019, 11:01

Das Klettern war für mich kein Problem, und als ich oben war, musste ich auch nur noch die Liane gut befestigen, was ich auch gewissenhaft und mit vielen Knoten tat. Schließlich durfte sie nicht abrutschen. Reißen würde sie hoffentlich nicht, eigentlich waren diese Ranken sehr stabil, und keiner der beiden anderen wirkte besonders schwer, sodass das gut gehen dürfte.
Als ich mit meinem Tun fertig war, kontrollierte ich noch mit einigen festen Zügen, ob alles auch hielt, und hielt mich dann selbst an der Liane fest, um wieder ein Stück nach unten zu steigen, an eine Stelle wo ein besonders großer Knoten der Rinde mir guten Halt mit den Füßen bot, um mich darauf zu stellen. Mit den Händen hielt ich mich weiterhin an der Liane fest und sah dann nach unten, um mir zu überlegen, wie wir alle am besten nach oben kommen würden. Schließlich kletterte ich wieder hinab, um den anderen zu helfen.
Cerielle hatte schon das Ende der Liane in der Hand. Es war bestimmt nicht schlecht, wenn sie zuerst nach oben kam. Ich kam neben den beiden auf dem Boden auf und nahm ebenfalls ein Stück der Liane in die Hand. "Schau, du musst sie so um deine Hüfte herumlegen", sagte ich und zeigte es ihr. Dann machte ich eine lockere Schlaufe, damit Cerielle in der Liane ein wenig Halt hatte. Wenn sie jetzt nach oben kletterte, mussten wir nur die Schlaufe immer wieder ein wenig nachziehen, damit sie so höher kam. Ich würde vorgehen und ihr von oben helfen.
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Re: Wald ohne Ende

Beitragvon Caelan » So 22. Sep 2019, 10:19

Yulivee wirkte in allem, was sie tat, durchaus geübt und es rang mir einmal mehr Staunen ab, wie jemand der kaum älter sein konnte als ich, so viel mehr wissen und so viel… selbstständiger sein konnte. Ich verscheuchte die aufkommenden trüben Gedanken mit einem raschen Kopfschütteln. Jetzt war definitiv keine Zeit dafür mit mir und meinen Unzulänglichkeiten zu hadern! Die Sonne stand tief und ihr orangerotes Licht fiel durch die Baumreihen zu uns hinab. Das Moos nahm beinahe einen flammenden Farbton an. Interessiert beobachtete ich die Knoten, die Yulivee formte, vergewisserte mich zum dritten Mal, dass ich die Tasche auch wirklich richtig verschlossen hatte und trat dann mit den beiden anderen zusammen neben den Baum. Das Wolfsmädchen war in Windeseile wieder in luftiger Höhe und ich bat Cerielle an ihr bis zum ersten Festhaltepunkt nach oben zu helfen, indem ich mit den Händen eine Räuberleiter formte. Vielleicht konnte sie wenigstens ein Stück klettern und wir mussten sie nicht den ganzen Weg nach oben ziehen? Allerdings… mit der Verletzung? Ich wusste wirklich nicht, wie schlimm das noch war und wie sehr es sie behindern würde. Und dennoch klopfte ein Herz immer noch, wenn ich an ihr zaghaftes Lächeln dachte. Ich musste ihr helfen! Irgendwie! Koste es, was es wolle! Ich gab mir Mühe ihr auf alle erdenklichen Arten nach oben zu helfen, doch letzten Endes würde es wohl viel an Yulivee und Cerielle selbst liegen, wie gut die Kletterpartie funktionierte, denn schon bald würden beide außerhalb meiner Reichweite sein und ich war nicht so dumm zu glauben, dass ich klettern, mich halten und Cerielle gleichzeitig noch helfen konnte. Entweder ich würde mit Yulivee zusammen oben stehen und die Selkie an der Liane nach oben ziehen, oder vermutlich überhaupt keine große Hilfe mehr sein. Mein Blick war die ganze Zeit unverwandt nach oben gerichtet – vor allem weil ich jederzeit befürchtete, dass Cerielle abrutschte und in die Tiefe stürzte und ich versuchen wollte sie in jenem Fall aufzufangen. Nur ein Mal huschten meine Augen kurz zu Roku. Was würde aus dem Wolf werden? Konnte auch er klettern? Oder würde er am Boden zurückbleiben? „Was ist mit Roku?“, fragte ich kurz darauf auch in Richtung Yulivee. Irgendwie würde es mir leidtun, wenn der Wolf als Einziger am Boden zurückbleiben würde.
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Re: Wald ohne Ende

Beitragvon Cerielle » Di 24. Sep 2019, 10:49

Schweigend überließ ich Yulivee die Liane und sah ihr dabei zu, wie sie Schlaufen und Knoten machte, nachdem das Ding um meine Hüften lag. Ich war mir noch immer nicht so sicher, ob das auch wirklich halten würde, aber jetzt war es wohl zu spät, einen Rückzieher zu machen. Und außerdem erinnerte mich der Gedanke an die Ungeheuer, dass ich keine andere Wahl hatte...
Während Yulivee mir zeigte und erklärte, wie ich die Schlaufe nachziehen konnte, wenn ich höher kam, versuchte ich es mir einzuprägen, aber der Gedanke an die luftige Höhe dort oben machte mich nur nervös. Ich war ein Wesen des Meeres, und nicht der Höhen.
Yulivee kletterte ein Stückchen voran und Caelan bot mir von unten seine Hilfe an. Ich nahm meinen mickrigen Mut zusammen und griff mit der einen Hand nach der von Yulivee, die sie mir ausstreckte, mit der anderen hielt ich mich an Caelan fest und nutzte seine Hilfe, um mich mit dem gesunden Fuß auf ihn zu stützen und so hochzukommen. Dann aber brauchte ich beide Hände, mit denen ich mich an den Baumvorsprüngen festklammerte, und Yulivee musste selbst wieder ein Stück herunterkommen und die Schlinge nachziehen. Wenn sie mir zeigte wo ich den Halt fand, dann klappte es auch tatsächlich, aber es war unheimlich anstrengend und ging sehr langsam voran. Mehr als einmal rutschte ich auch vor allem mit dem verletzten Fuß ab, aber der Rest hielt mich noch.
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Re: Wald ohne Ende

Beitragvon Yulivee » Di 24. Sep 2019, 10:51

Ich half Cerielle mit der Liane und zeigte ihr dann, wie sie am besten Halt am Baum fand. Am Anfang konnte ich ihr auch noch ganz gut helfen, und zog sie zusammen mit Caelan hinauf auf den Baum, aber als wir ein Stück höher kamen, wurde es schwieriger und ich musste ihr zeigen, wo sie sich festhalten und ihre Füße abstellen konnte, damit sie Halt hatte. Es ging wirklich ziemlich langsam voran, aber ich zügelte meine Ungeduld.
Da Cerielle so langsam vorankam, hatte ich auch genug Zeit, zu Caelan hinab zu blicken, der noch unten auf dem Boden stand. Ihm würde ich danach auch noch helfen, aber hoffentlich ging es bei ihm leichter... Hoffentlich schafften wir es, bevor die ersten Monster auftauchten.
"Er kann nicht hoch", antwortete ich auf Caelans Frage und zog noch einmal Cerielles Schlinge nach. "Er schafft das schon." Natürlich machte ich mir auch um Roku Gedanken, wenn wir getrennt waren in so einer Nacht... Aber er war stark, und wenn der Wald dicht genug war, kamen auch nur kleinere Monster, oder überhaupt weniger von ihnen. Bisher hatten wir es auch immer geschafft.
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Re: Wald ohne Ende

Beitragvon Caelan » Mo 14. Okt 2019, 17:37

Wie immer klang Yulivee als wenn sie wüsste was sie sagte und auch ihre Handlungen wirkten routiniert als hätte sie schon mehr als ein dutzend Male anderen Leuten auf riesige Bäume geholfen. Ich selbst stand nach kurzer Zeit ziemlich unbeholfen auf dem Boden und trat unruhig von einem Fuß auf den anderen. Ich wollte helfen und wusste dennoch nicht wie. Ich hatte Angst alles nur noch komplizierter zu machen, wenn ich ebenfalls anfing nach oben zu klettern. Dazu kam auch noch, dass ich jedes Mal kräftig zusammenzuckte und die Arme nach Cerielle ausstreckte, wenn ihr Fuß den Halt verloren hatte. Dabei wusste ich doch eigentlich, dass Yulivee und die Schlinge sie noch hielten. Aber… sie stürzen zu sehen war etwas, was ich mir nicht einmal vorstellen wollte. Es war beinahe unerklärlich, doch schon der bloße Gedanke an die Möglichkeit schnürte mir die Kehle zu. Und dabei konnte ich wieder nichts tun, um ihr zu helfen. Hier unten herumzutänzeln wie ein aufgeschrecktes Huhn machte es auf jeden Fall nicht besser. Selbst Roku, von dem Yulivee eben erklärt hatte, dass er zurückbleiben würde, machte einen gefassteren Eindruck als ich! Wie jämmerlich… Dann fiel mir doch noch etwas ein, was ich tun konnte, um das Ganze wenigstens etwas zu beschleunigen: Ich konzentrierte mich und versuchte mir Alastairs Worte ins Gedächtnis zu rufen. Immer wieder entschlüpfte mir der Hauch der Erinnerung, doch ein Gefühl blieb und ich versuchte mich daran festzuhalten. Ich spürte das warme Kribbeln der Magie und konzentrierte mich auf das, was ich wollte: Wie ein Mensch aussehen. Ohne Flügel. Ein Mensch. Die Wärme loderte auf und verebbte kurz darauf wieder. Irgendwas war anders und ich musste schnell die Augen öffnen, um mein Gleichgewicht halten zu können, denn ich fühlte mich anders und begann prompt zu schwanken. Für einen kurzen Moment musste ich gar die Arme ausbreiten um stehen zu bleiben. Das, was jahrelang meine gewohnte Form gewesen war, war mir binnen weniger Stunden fremd geworden als gehörte es doch gar nicht richtig dazu und mein Innerstes hätte nur zu dankbar die falsche Maske abgestreift.

Die Sonne war nur noch eine Handbreit über dem Horizont zu sehen und warf lange Schatten zwischen den hohen Stämmen hindurch, die inzwischen so orange leuchteten wie glühendes Feuer. Es wäre ein wunderschönes Naturschauspiel gewesen, hätte die Angst sich nicht um mein Herz gelegt wie eine eiserne Faust. Cerielle hatte ein gutes Stück geschafft und in jugendlichem Leichtsinn beschloss ich ebenfalls mein Glück zu versuchen, damit ich ihr vielleicht doch irgendwie aus nächster Nähe helfen konnte und nicht wie ein Trottel hier unten herumstand. Ich griff nach der ersten Unebenheit des Stammes, die ich auch Yulivee hatte benutzen sehen und versuchte mich daran empor zu ziehen. Es war verrückt, aber ich wollte den beiden unbedingt beweisen, dass ich auch zu etwas nutze war. Und tatsächlich ging zumindest das ohne die störenden Flügel um einiges besser als ich erwartet hatte. Ich wollte hinauf. Hinauf zu Cerielle. Hätte ich es nicht besser gewusst hätte ich meinen können der Wind stupste mich leicht in ihre Richtung.
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Re: Wald ohne Ende

Beitragvon Cerielle » Di 15. Okt 2019, 18:58

Für mich war dieses Klettern schrecklich und dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Ich hatte auch keinen Kopf dafür, mich auf irgendetwas anderes zu konzentrieren als auf meine Hände und Füße, und wo ich den nächsten Halt fand, sodass ich Caelan da unten ganz vergessen hatte, ebenso wie die fortschreitende Dämmerung. Yulivee half mir so gut sie konnte und zeigte mir immer wieder die Vorsprünge, die ich benutzen sollte, aber trotzdem dauerte es ewig und mir ging auch irgendwann die Kraft aus. Vor allem aber waren es meine Nerven, die nicht mehr mitmachen wollten.
"Gut so, du hast es fast geschafft", ermunterte mich das Mädchen immer wieder, und tatsächlich kam ich dem ersten dicken Ast langsam näher, aber für mich dauerte es eben trotzdem ewig. Ganz anders als das flinke Wolfsmädchen...
Als der Ast endlich in Reichweite kam, musste Yulivee mir noch einmal helfen, damit ich auch auf ihn hinauf kam, und fast wäre ich dabei wieder abgerutscht, aber schließlich schafften wir es doch. Mit letzter Kraft ließ ich mich von Yulivee auf den Ast ziehen und lag dann auf dem Bauch darauf, schnaufend und erleichtert, einfach erstmal ausruhen zu können. Ich schloss die Augen und wollte gar nicht daran denken, wie hoch ich war.
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Re: Wald ohne Ende

Beitragvon Yulivee » Di 15. Okt 2019, 18:58

Es war gar nicht so einfach, weiterhin geduldig zu bleiben und dabei auf Cerielle zu achten und aufzupassen, dass sie nicht abrutschte, oder die passenden Vorsprünge für sie zu finden, woran sie sich festhalten konnte. Das Klettern an sich war für mich kein Problem, aber weil es hier nicht nur um mich ging, war es eben doch nicht so einfach. Ich redete ihr auch immer wieder gut zu und sah mich selbst nach oben um, und natürlich auch nach unten.
Daher sah ich sehr wohl plötzlich, dass plötzlich ein leichtes Schimmern den dämmriger werdenden Wald da unten erhellte, und sah neugierig und mit großen Augen dann Caelan ohne seine Flügel dastehen. Fast hätte ich nicht aufgepasst, aber zum Glück rutschte Cerielle nicht ab, und ich sagte auch nichts, aber spannend fand ich es dennoch.
Wir waren jetzt auch fast oben, und auf dem letzten kleinen Stückchen sah ich auch, wie Caelan sich jetzt ebenfalls an den Aufstieg machte. Ich hatte nichts dagegen. Mit ihm würde es sicher schneller gehen, das hoffte ich zumindest, daher sollte die Zeit noch reichen, aber trotzdem, je eher wir alle oben waren, desto besser. Im Dunkeln zu klettern war nicht unbedingt angenehm für jemanden, der nicht gut sehen konnte.
Ich setzte mich vor Cerielle auf den dicken Ast und zog sie nach oben, bis sie endlich darauf lag und verschnaufte. "Gut gemacht!", sagte ich vergnügt und lächelte, auch um ihr wenigstens ein gutes Gefühl zu geben. Auch für mich war das ganze anstrengend gewesen, aber es ging schon. Ich löste die Schlaufe um Cerielle.
"Rühr dich nicht von der Stelle", sagte ich und sah nach unten. Ein sachter Wind rauschte durch die Bäume und Roku hatte die Nase erhoben und witterte. Noch war es zu früh für die Monster.
Ich nahm das Ende der Liane mit und kletterte wieder nach unten zu Caelan. "Hier. Das kannst du dir auch umlegen", sagte ich und kletterte an seine Seite. Sofern er nichts dagegen sagte, würde ich ihm auch die Liane um die Hüften schlingen. Und natürlich würde ich ihm genauso helfen und ihm Tipps geben, wo er sich am besten festhalten oder seine Füße draufstellen konnte, wenn ich merkte dass er es brauchte.
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