Meerteil - auf den Stegen und schwimmenden Inseln -->
Wenn jemand so grazil wie eine Katze war, eben weil sie eine Katze war, hatte man leicht Reden. Valentine hingegen war froh, dass er die Kletteraktion überhaupt gut überstanden hatte.
Nachdem er das Gartentor wieder leise verschlossen hatte und so unauffällig wie möglich die kleine Einfahrt hinunter ging, ließ er den Blick wieder schweifen. Die Häuser hier erinnerten nun mehr an Octron City. Keine niedlichen Häuser aus Holz, sondern festes Steinwerk mit außerordentlich großen Fenstern. Valentines Blick blieb an dem Auto hängen, an dem sie sich gerade erst vorbei gezwängt hatten. Sie waren hier, mit der Aussicht auf das Meer, offensichtlich nicht im Armenviertel gelandet.
Er wollte es nicht unbedingt zugeben, aber derzeit war er ein wenig ratlos, in welche Richtung sie sich auf Gut Glück einfach wenden sollten. Es wäre so einfach gewesen, hätten sie sich einfach zu den anderen Unterkünften kutschieren lassen können, wie der ganze Rest. Nun, diese Möglichkeit ergab sich nicht mit seiner Wegbegleiterin, die er aber nun auch nicht mehr missen wollte.
„Rechts oder links?“ richtete er seine Frage an Aki, als wüsste sie besser als er Bescheid. „Ich hatte das Gefühl, dass sich die wichtigen Straßen eher rechts von der Brücke abspielten. Er wandte den Blick einmal nach links, aber hier reihten sich nur Häuser an Häuser, unterbrochen von Einfahrten und der ein oder anderen Palme. Man hätte zu Beginn ihnen ruhig eine Karte in die Hand drücken können, wie sollte man sich so in der unbekannten Stadt orientieren?! „Rechts..“ Entschied er daher und stapfte auf dem sandigen Gehweg die Straße hinab. Hoffentlich gab es eine Möglichkeit von hier nicht wieder direkt auf die Busse zuzulaufen.
Sie waren mit ihrer Abkürzung offensichtlich in einem Wohnviertel gelandet, aber schon bald wurden die Geräusche einer größeren, verkehrsträchtigeren Straße lauter. Valentine nahm Aki vorsichtshalber wieder auf die Schulter. Er war sich nicht sicher, wie sehr sie die Gefahren der hiesigen Fortbewegungsmittel für kleine Katzen bereits verinnerlicht hatte.
Einer der Busse fuhr an ihnen vorbei, als sie die Hauptstraße erreichten. Zum Glück gab es direkt eine Ampel, die über die Straße – und damit weg vom Sammelpunkt führte.
Auf der anderen Straßenseite fand Vale etwas, das seine Aufmerksamkeit erregte. In einem sehr kleinen Park, der faktisch nur aus drei Bänken und ebenso einer Handvoll Palmen bestand, befand sich ein Wegweiser. „Strandpromenade, Meerteil Seestadt, Innenstadt, Museum..“ las er ein paar der Inschriften der Pfeile vor, die in jeweilige verschiedene Richtung zeigten.


